Bonusszene – Liv – Maylas Geburt

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Irgendwas stimmte nicht. Ich presste die Finger gegen den harten Bauch, versuchte, mich auf die Bewegungen im Inneren zu konzentrieren. Doch die Dunkelheit, die mich umgab, ließ die Panik steigen. Ich tastete nach der Taschenlampe. Als ich sie endlich fand, schaltete ich das Licht ein und setzte mich auf. Versuchte zu begreifen, was auf einmal anders war. Trank einen Schluck, dann noch einen. Immer wieder wurde mein Bauch hart, immer wieder zog ich mich zusammen.
Aber es wurde nicht besser.
In der Dunkelheit der Nacht stolperte ich aus dem Wagen. Mit der rechten Hand glitt ich an der Karosserie entlang. Lief umher. Links herum. Rechts herum. Der Druck wurde besser, doch jedes Mal, wenn ich mich zurück auf den Sitz fallen ließ, war er so unerträglich wie zuvor.
Nach Stunden kroch die Sonne über den Horizont, hüllte alles in ein zartes, orangenes Licht. Meine Füße schmerzten. Ich war müde. Doch ich fand keine Ruhe, schaffte es nicht, mich auszuruhen.
»Was machst du mit mir?«, flüsterte ich und ließ mich wieder gegen das Auto sinken. Dann, mit einem Mal, war es, als würde sich etwas in mir aufblähen und im nächsten Moment zerplatzen. Warme Flüssigkeit rann an meinen Innenschenkeln hinab. Durchtränkte meine Hose.
Nein. Nein. Nein.
Tränen liefen über meine Wangen, als mir klar wurde, was das hier bedeutete. Wehen. Meine Fruchtblase, sie war geplatzt. Das Baby wollte raus. Hier, mitten auf einer Straße in irgendeiner Kleinstadt in Iowa.
Ich brauchte Hilfe.
Ich sah die Straße hinunter und traf eine Entscheidung. Riss meinen Rucksack vom Beifahrersitz. Schob zitternd den Schlüssel ins Schloss und ging langsam, schwer atmend, die Straße hinunter. Doch der Supermarkt war noch geschlossen. Niemand war zu sehen. Nirgendwo. Panik breitete sich in mir aus. Kroch den Hals hinauf und zog meine Lungenflügel zusammen.
Beruhig dich Liv. Denk nach.
»Ist alles okay mit dir?«, ertönte eine Stimme hinter mir, die mir irgendwie bekannt vorkam. Doch woher? »Liv?«
Jenna. Ich drehte den Kopf. Sah, dass das sie mit ihrem Hund hinter mir stehen geblieben war.
»Das Baby kommt. Ich … ich … ich …« Ich krümmte mich, als die nächste Wehe anrollte. Fand keinen Halt, sackte in mich zusammen und schluchzte auf. Oh Gott. Oh Gott. Mach, dass das aufhört.
Es tat weh.
Es tat so furchtbar weh.
Als die Wehe endlich vorbei war, spürte ich Jennas Arm um meine Schulter. »Komm«, sagte sie. »Wir bringen dich ins Krankenhaus.«
Sie stützte mich, doch es dauerte ewig, bis wir endlich die Straße überquert hatten. Immer wieder rollte eine Wehe heran, zwang mich in die Knie.
»Alles wird gut.«
Würde es das? Würde wirklich alles gut werden? Ich bekam ein Baby. Ein Baby! Und ich hatte weder Flaschen, noch Kleidung, noch ein Zuhause. Ich hatte gar nichts. Ich hatte Niemanden.
Vor der Eingangstür eines der Häuser, die alle gleich aussahen, blieb sie stehen. Sie drückte auf eine Klingel. Immer wieder.
»Roux«, sagte sie, als eine männliche Stimme an der Gegensprechanlage erklang. »Ich brauch deine Hilfe.«
Ich wusste nicht, wie lange es dauerte, nur Sekunden, oder Minuten, doch plötzlich war ein Mann da. Sein Haar war zerzaust, er trug kurze Hosen und ein Shirt. Seine Haut hatte die Farbe eines milden Milchkaffees.
»Was ist los?«, fragte er und sah mir direkt in die Augen.
»Das Baby kommt«, erklärte Jenna. »Liv muss ins Krankenhaus. Sofort.«
Der Mann – Roux – brachte den Hund ins Haus, während Jenna mir auf den Rücksitz eines alten Trucks half.
Noch ehe ich angeschnallt war, war der Mann wieder da und startete den Motor.
Während der Fahrt versuchte ich, mich daran zu erinnern, was ich in dem Ratgeber gelesen hatte. Mitatmen. Wie sollte das funktionieren? Es tat weh. Es tat so furchtbar weh.
»Liv, sieh mich an!« Vom Beifahrersitz aus suchte Jenna meinen Blick. »Das Baby möchte raus, dafür öffnet es den Weg. Dein Körper tut genau das, was er soll. Du kannst ihm vertrauen.« Über den Sitz fassten ihre Finger nach meinen. »Schließ die Augen und konzentrier dich auf das Baby. Sprich mit ihm.«
Ich hatte keine Ahnung, woher Jenna die Zuversicht nahm, aber ich tat, was sie sagte. Konzentrierte mich auf das Baby. Stellte es mir vor. Redete im Stillen mit ihm. Versprach, dass alles gut werden würde, obwohl ich nicht wusste, ob es stimmte.
Acht Wehen später erreichten wir das Krankenhaus.
Vier Weitere den Kreißsaal.
»Soll ich jemanden anrufen?«, fragte Roux mich.
Ich schüttelte den Kopf. Im nächsten Moment presste ich mich dicht an die Wand und drückte meinen Kopf auf meine Brust. Am Liebsten hätte ich mich festgekrallt, aber da war nichts.
»Nimm meine Hand«, erklärte Jenna und ich ergriff sie. Ich kannte sie nicht, ich wusste nichts über diese junge Frau, und doch war sie mehr Halt, als alles, was ich in den letzten Monaten gehabt hatte.
Sie ließ mich nicht alleine.
Nicht im Kreißsaal. Nicht, als die Ärztin mich untersuchte. Nicht, als die Herztöne absackten und sie erklärten, dass sie das Baby holen mussten. »Ich bleibe bei dir«, versprach Jenna und ihre Stimme war das Letzte, was ich hörte, ehe alles in Dunkelheit und Stille versank.

***

Das Erste, was ich wahrnahm, als ich aus der Narkose erwachte, war Jennas Hand auf meiner. Blinzelnd öffnete ich die Augen. Mein Mund war trocken und mein Kopf fühlte sich wie in Watte an.»Wo ist …?«
»Sie ist hier.« Roux. Auch er war noch da. Sie? Ich hatte …
»Es ist ein Mädchen.« Er trat neben mein Bett und legte das kleine Bündel Leben in meinem Arm ab. Sie war winzig. Ihre Finger waren klein und schmal und ihre Augen sahen mich an.
»Sie ist 3523 Gramm schwer und 51cm groß«, erklärte Jenna. »Und kerngesund. Es geht ihr gut.«
Ich strich über ihre Haut. Weich und perfekt. Konnte nicht fassen, dass das hier wirklich passiert war. Das ich ein Baby hatte. Eine Tochter.
»Weißt du, wie du sie nennen willst?«, fragte sie nach einer Weile.
»Ja.« Ihre kleinen Finger legten sich um meine, hielten mich fest. »Sie soll Mayla heißen.«
Mayla. Es war arabisch und es bedeutete Hoffnung.

Bonusszene – Liv – Die erste Begegnung

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Ich zog den Geldbeutel hervor, bezahlte die drei Flaschen Wasser, die trockenen Brötchen, den Joghurt, den Schokoriegel und die zwei Bananen.
Während ich schwer atmend zurück zu meinem Auto watschelte, dachte ich an den vollen Kühlschrank in der WG, an mein Lieblingsessen vom Asiaten und an den leckeren Darjeeling-Tee, den Ben immer kochte. Doch dann schob ich die Gedanken beiseite. An Redfield zu denken, an meinen besten Freund Ben, an Rick und Mona, an die Momente, die ich mit ihnen verband und daran, wie sehr ich sie vermisste, machte nichts besser. Ich würde sie nie wieder sehen und je schneller ich mich an den Gedanken gewöhnte, umso besser.
Ich verstaute das Wasser und die Brötchen auf dem Beifahrersitz, verschloss den Wagen und lief mit den Bananen und dem Joghurt ein Stück tiefer in den Wald hinein, bis zu der umgestürzten Eiche, die ich vor drei Tagen hier entdeckt hatte. Der Platz war schön. Lichtdurchflutet, windgeschützt und ruhig. Außerdem konnte ich meinen schmerzenden Rücken gegen einen anderen Baumstumpf lehnen. Ich aß eine der Bananen und kippte Wasser in meinen Mund, während das Strampeln des Babys meinen Bauch ausfüllte. Nicht lange, und der Druck auf meine Blase war so stark, dass ich Wasser und das restliche Essen in meiner Tasche verstaute und mir ein Plätzchen suchte, um mich zu erleichtern. Mit dem riesigen Bauch schob ich mich durch das Geäst. Langsam, weil ich meine Füße nicht mehr sehen konnte.
Obwohl es ein seltsames Gefühl war, im Freien zu pinkeln, hatte ich mich daran gewöhnt. Wenn einem nichts anderes übrig blieb, konnte man sich plötzlich an den unterschiedlichsten Orten erleichtern.
Ich hatte mir gerade die Hose hochgezogen, als ein Ruf mich zusammenfahren ließ. »Vorsicht!«
Ruckartig drehte ich den Kopf und entdeckte eine junge, blondhaarige Frau, die wie wild mit den Armen in meine Richtung deutete. Als ich den Blick senkte, entdeckte ich den schwarzen Hund, der auf mich zustürmte. Ich sprang zur Seite, knallte mit dem Kopf gegen einen herunterhängenden Ast. Dann war der Hund auch schon bei mir. Schwanzwedelnd und hechelnd stand er da, während ich schützend die Hände vor meinen Bauch legte.
»Cester. Sitz.« Von der anderen Seite stapfte die junge Frau heran. Ihr helles Haar fiel über ihre Schultern, um den Hals trug sie einen Kreuzanhänger, in ihrer Hand hielt sie eine Lederleine. Der Hund gehorchte.
»Es tut mir so leid, ich hab dich nicht gesehen. Hat er dich angesprungen?«, fragte sie. Ihre Finger streichelten über das schwarze, zottelige Fell des Hundes.
»Nein. Alles okay.«
»Gott sei dank.« Erleichtert atmete sie aus. »Ich treffe sonst nie jemanden um diese Zeit hier, deshalb lasse ich ihn laufen. Er ist noch so jung und muss sich austoben.« Fiepend schmiegte sich der Hund – Cester – gegen ihre Hand. »Aber er ist ganz lieb, nur etwas ungestüm.«
Durch seine dunklen, glänzenden Augen sah der Hund zu mir auf, während sie die Leine an seinem Halsband befestigte. »Ich bin Jenna.« Sie streckte mir die Hand entgegen und ich ergriff sie.
»Liv.«
»Weißt du schon, was es wird?« Sie deutete auf meinen Bauch.
Ich biss mir auf die Lippen, schüttelte den Kopf. »Nein.« Woher sollte ich es auch wissen? Es war fast sechs Monate her, seit ich erfahren hatte, dass ich dieses Baby bekommen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte man nichts mehr als den wildschlagenden Herzschlag erkennen können.
»Dann wirst du es ja bald wissen.« Jenna lächelte. »Sieht aus, als wenn es nicht mehr lange dauert.«
Benommen nickte ich. Seit Wochen hatte ich mit den Menschen um mich herum nicht mehr als einige notwendige Worte gewechselt. Und jetzt war ich mitten in ein Gespräch verwickelt, von dem ich nicht einmal wusste, ob ich es führen wollte.
Eine Weile sah sie mich an, dann zerrte Cester an der Leine. »Ich muss dann weiter«, sagte sie und ließ sich von ihrem Hund zurück auf den Weg ziehen. »War schön dich kennenzulernen, Liv. Viel Glück für die Geburt.«
Ich schaute ihr nach und für einen Augenblick beneidete ich sie. Um die Leichtigkeit ihres Lebens und das Zuhause, das sie hatte.

Bonusszene – Liv – Die Ankunft in Red Oak Mountain

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»Brauchen Sie Hilfe, Miss?« Der Mann sah durch das heruntergekurbelte Fenster seines Transporters zu mir herüber. Beäugte erst mich, dann die offene Motorhaube meines Wagens.
Ich wischte mir über die schweißnasse Stirn und nickte. »Es hat gequalmt und ich habe keine Ahnung, was los ist.«
Der Motor des Transporters erstarb und einen Augenblick später hing der Oberkörper des hageren Mannes über den offenen Motorblock.
Erschöpft lehnte ich mich gegen die Karosserie, nur, um im nächsten Moment vor der Hitze zurückzuschrecken.
Warum nur war es so verdammt heiß?
»Der Wagen hat kaum noch Öl«, erklärte er. »Und die Kühlflüssigkeit läuft aus. Sehen sie?« Er deutete auf eine Stelle im Inneren, aber er hätte auch auf eine andere, x-beliebige Stelle zeigen können. Mit Autos kannte ich mich nicht aus.
»Was kann ich da machen?«
»Sie? Gar nichts. Da muss ein Profi ran, um das Leck zu finden.«
Das hatte ich befürchtet.
»Auf der andren Seite der Stadt ist eine gute Werkstatt. Die kennen sich auch mit so einem alten Schmuckstück aus.« Er ließ die Motorhaube zuschnappen. »Ich kann ihren Wagen bis dort abschleppen und sie dann nach Hause fahren«, schlug er vor. »In ihrem Zustand–« Er deutete auf meinen prallen Bauch. »–sollten sie nicht allzulange in dieser Hitze stehen.«
Nach Hause fahren … ich hatte kein Zuhause. Nicht mehr.
»Danke für das Angebot, aber … ich krieg das schon hin.« Das mit der Werkstatt war nicht drin. Mein Bargeld war fast aufgebraucht, und das Geld auf meinem Konto wollte ich nicht anrühren, bis es unbedingt nötig war. Es gab noch so viel, was ich brauchen würde, wenn das Baby erst einmal da war.
»Wie sie meinen, Miss.« Er hob die Schultern und umrundete seinen Transporter, um einzusteigen. »Die Werkstatt heißt Crowner & Partners. Nur, falls sie es sich anders überlegen.«
Ich wartete, bis der Transporter an der Ecke verschwunden war, ehe ich nach der halbleeren Wasserflasche auf dem Beifahrersitz griff und mich auf den Bordstein am Straßenrand sinken ließ. Ich nahm einen Schluck und starrte auf die Karosserie des Wagens, der einmal meinem Dad gehört hatte. Kämpfte gegen das Ohnmachtsgefühl an, das begann, sich in mir auszubreiten.
Seit fünf Monaten war ich unterwegs. Ich hatte Redfield den Rücken gekehrt, meinen Freunden, meinem Leben und noch immer keinen Schimmer, wie es weitergehen sollte. Nicht mehr lange, dann würde das Baby geboren werden und dann? Würde ich mit einem Neugeborenen auf dem unbequemen Rücksitz in einem alten Schlafsack schlafen? Weiterhin von Ort zu Ort ziehen und mich von billigem Supermarktfraß und ab und an einer warmen Mahlzeit ernähren? Die Fläschen auf Rastplätzen auswaschen? Das war doch Wahnsinn …
Tränen sammelten sich in meinen Augen. Ich presste die Hand auf meinen Bauch, zwang mich, zu atmen.
Nicht durchdrehen, Liv.
Ich hatte die letzten fünf Monate geschafft – ich würde auch den Rest schaffen. Irgendwie. Aber zuerst musste ich mich auf das Offensichtliche konzentrieren. Einen ruhigen Platz für die Nacht. Wasser. Etwas zu essen.
Mir kam das Schild des Supermarktes an der vorherigen Kreuzung in den Sinn. Eine Nebenstraße, perfekt, um den Wagen zu parken. Ich musste ihn nur noch einmal starten, wenden und langsam dort hinrollen. Und dann würde ich weitersehen. Nachdenken. Über die Sache mit der Werkstatt, über das Geld auf meinem Konto. Über die nächsten Schritte.
Ich kämpfte mich auf die Beine, warf die leere Wasserflasche durch das offene Fenster und rutschte auf den Fahrersitz. Ein Stottern – dann startete der Wagen und die Temperaturanzeige schoss augenblicklich in die Höhe. Mit zitternden Fingern legte ich den Gang ein, setzte den Blinker und rollte auf die Straße. Ich wendete, fuhr, bis ich das Schild des Supermarktes entdeckte, dann bog ich nach rechts. Rollte am Supermarkt vorbei, weiter die Straße hinauf. Einige hundert Meter weiter steuerte ich einen schmalen Parkstreifen am Waldrand an, der direkt unter schattigen Bäumen lag. Der Platz war nicht perfekt, aber er würde reichen müssen. Ich konnte zu Fuß Essen besorgen und frisches Wasser. Ich konnte mich im Wald erleichtern. Und das Wichtigste: Ich hatte Schatten. Alles andere würde sich fügen. Es musste einfach.

Bonusszene – Liv – Erdbeeren

»Komm schon Babe.« Roux wedelte mit der roten saftigen Frucht vor meiner Nase herum. »Die schmecken süß und göttlich.«
Ich schüttelte den Kopf und drückte seine Hand weg, um mich wieder auf den Artikel in der Zeitschrift zu konzentrieren. »Nein. Ich hasse Erdbeeren.«
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie er in die Erdbeere biss. Saft tropfte von seinem Kinn. Sofort machte sich ein pelziger Geschmack auf meiner Zunge breit.
»Du kannst Erdbeeren nicht hassen. Niemand hasst Erdbeeren«, erklärte er und hielt mir die halb angebissene Frucht entgegen. Direkt vor mein Gesicht. Nur Millimeter entfernt von meinen Lippen. Der süßliche Geruch drang in meine Nase und ich presste die Hand vor den Mund, in der Hoffnung, die Welle aus Übelkeit zurückzudrängen.
»Nur einen Biss«, redetet Roux weiter. »Du wirst es nicht bereuen. Sie haben überhaupt nichts mit denen aus dem Supermarkt gemeinsam.«
»Nimm sie weg.« Ich schloss die Augen. Erinnerungen kratzten an meinem Bewusstsein. »Nimm die verfluchte Erdbeere weg, Roux!«
Ich schlug seine Hand zur Seite.
»Babe …«
Mein Stuhl kippte zur Seite, als ich aufsprang.
Ich stürzte ins Bad. Beugte mich über die Kloschüssel. Würgte. Würgte immer weiter.
Erbrach das Frühstück in die Kloschüssel. Doch selbst als mein Magen leer war, hing der süßliche Duft noch immer in meiner Nase. Als hätte er sich festgefressen. Als wäre er ein Teil von mir. Ich betätigte die Klospülung, ehe ich meinen Kopf gegen die Wand sacken ließ und die Augen schloss.
Ich kannte auch niemanden, der Erdbeeren hasste.
Nur mich.