Bonusszene – Lenny – Nach dem Besuch bei Roux

*SPOILER-GEFAHR* (für alle, die “Begegnung in Red Oak Mountain noch nicht gelesen haben!)
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»Er ist wirklich nett«, sagte ich, während ich nach einem Stück der Pizza griff, die Robin nach der Arbeit mitgebracht hatte. »Wir haben zusammen gebacken und er hat mir gezeigt, wie man diese Pfannkuchen macht. Eigentlich verrät er das sonst niemanden, aber ich durfte mitmachen. Und wir waren mit dem Hund spazieren. Und er–«
»Hör auf!« Robin presste sich die Hände auf die Ohren und sprang auf.
Ich sah zu Emmett, der mit dem Kiefer malmte. Und weiter zu Trish, die mit wachsamen Augen meine Schwester musterte.
»Rob…«, begann sie, doch Robin bedeutete ihr, den Mund zu halten.
Dann sah sie mich an. »Du kannst ihm nicht vertrauen, Len. Vielleicht glaubst du das gerade, aber es ist zu gefährlich.«
»Aber…« Roux war nicht wie Dad. Er war ganz anders. Nett und freundlich und liebevoll.
»Nichts aber.« Sie schloss kurz die Augen, dann sagte sie: »Wir werden nicht hierbleiben, Len. Wir gehen weg.«
»Was?«
»Es ist das Beste«, stimmte Emmett ihr zu.
»Das ist Schwachsinn. Roux ist nicht wie …«
»Doch, Len. Er hat genauso viel Charme, wie Ronald. Er ist attraktiv und nett und freundlich – so, wie Ronald es zu Mom war, bevor er angefangen hat sie zu schlagen. Deshalb können wir ihm nicht vertrauen. Es ist zu gefährlich.«
Ich wischte mir über die Augen. »Aber er bedeutet dir doch was, Rob. Du … Du schläfst mit ihm!«
»Woher weißt du das?«, fragte Emmett. »Prahlt er damit?«
»Er musste es mir nicht erzählen. Nate hat etwas angedeutet, und ich bin doch nicht blöd. Vielleicht bin ich fünfzehn, aber ich habe doch gesehen, wie er dich ansieht und wie du ihn ansiehst. Du magst ihn.«
»Das spielt keine Rolle, Len.« Sie schluckte hart. »Es war …vom Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und jetzt ziehe ich die Reißleine. Das ist das Beste. Für dich. Mich. Uns alle.«
»Das ist nicht wahr!« Ich kämpfte mich auf die Beine. »Du hast einfach nur Angst davor, das er dich verletzt. Aber das hat er gar nicht vor. Er ist gut, Rob. Er ist einer von den Guten.«
»Len …« Sie wendete den Blick ab, doch ich sah die Tränen in ihren Augen, ehe sie sich umdrehte und aus dem Zimmer stürmte.
Ich wusste, dass ich recht hatte. Und sie … sie wusste es auch.

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