Bonusszene – Liv – Erdbeeren

»Komm schon Babe.« Roux wedelte mit der roten saftigen Frucht vor meiner Nase herum. »Die schmecken süß und göttlich.«
Ich schüttelte den Kopf und drückte seine Hand weg, um mich wieder auf den Artikel in der Zeitschrift zu konzentrieren. »Nein. Ich hasse Erdbeeren.«
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie er in die Erdbeere biss. Saft tropfte von seinem Kinn. Sofort machte sich ein pelziger Geschmack auf meiner Zunge breit.
»Du kannst Erdbeeren nicht hassen. Niemand hasst Erdbeeren«, erklärte er und hielt mir die halb angebissene Frucht entgegen. Direkt vor mein Gesicht. Nur Millimeter entfernt von meinen Lippen. Der süßliche Geruch drang in meine Nase und ich presste die Hand vor den Mund, in der Hoffnung, die Welle aus Übelkeit zurückzudrängen.
»Nur einen Biss«, redetet Roux weiter. »Du wirst es nicht bereuen. Sie haben überhaupt nichts mit denen aus dem Supermarkt gemeinsam.«
»Nimm sie weg.« Ich schloss die Augen. Erinnerungen kratzten an meinem Bewusstsein. »Nimm die verfluchte Erdbeere weg, Roux!«
Ich schlug seine Hand zur Seite.
»Babe …«
Mein Stuhl kippte zur Seite, als ich aufsprang.
Ich stürzte ins Bad. Beugte mich über die Kloschüssel. Würgte. Würgte immer weiter.
Erbrach das Frühstück in die Kloschüssel. Doch selbst als mein Magen leer war, hing der süßliche Duft noch immer in meiner Nase. Als hätte er sich festgefressen. Als wäre er ein Teil von mir. Ich betätigte die Klospülung, ehe ich meinen Kopf gegen die Wand sacken ließ und die Augen schloss.
Ich kannte auch niemanden, der Erdbeeren hasste.
Nur mich.

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